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Über den Tellerrand hinaus - nach Peter Kubelka
Installation I 2008

zum Konzept:
Für die Arbeit „über den Tellerrand“ habe ich einen Text von Peter Kubelka mit Buchstabennudeln in der Suppe geschrieben. Den Text habe ich so weit verändert, dass er zum Sujet Suppe passt, im Originaltext schreibt P. Kubelka von Milch und Himbeeren:
„Ich führe meine künstliche, hohle, mit Suppe gefüllte Hand zu meinem Mund. Dort lese ich schmeckenderweise. Dieser Lesevorgang ist ein Entziffern, ein Dekodieren und Verstehen. Ich schmecke den Inhalt meines Bissens, Suppe, die mich als Herr der Kuh, und die Nudeln, die mich als Herr des Feldes ausweisen. Aus diesem Jetzt-Moment heraus erlebe ich mich als Herrscher über einen Herrschaftsraum, bestehend aus Wiese, Feld, Lebewesen und Pflanzen. Ich verfüge über eine tatsächliche, wenn auch essbare und lebenserhaltende Metapher, die wie die sprachliche die gesamte künstlerische schöpferische Kraft aufweist, aber in einem viel stärkeren Maße. Dabei entstammt das System der Metaphernbildung als Grundlage der Sprache der Speisenbereitung. Jedoch ist in der Speisenbereitung die Metapher etwas Reales.“
Kubelka beschreibt ein System der Nahrungsaufnahme, das ,unter anderem, beschreibt wie traditionelle Gerichte entstanden sind. Bauern, die Herrscher über ihr Land waren, haben von ihrem Land gelebt, gegessen was auf ihrem Land gewachsen ist. Funktioniert dieses System heute auch noch, in einer Zeit in der die Meschen im Supermarkt industriell hergestellte Produkte kaufen? Wie zum Beispiel Tütensuppe, die meiner Meinung nach nicht mehr viel mit einer selbst gekochten Suppe zu tun hat, teilweise Chemisch hergestellt, mit Konservierungsstoffen, Stabilisatoren, und Geschmacksverstärkern versetzt ist. In wieweit ist der Supermarkt-Kunde Herrscher über ‚seinen‘ Supermarkt, oder ‚seine‘ Lebensmittelindustrie ?

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